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Waldbrände im Amazonas

Verantwortlicher Autor: José Antonio Pérez-Cano São Paulo, 18.08.2020, 13:22 Uhr
Presse-Ressort von: JAP-Brasil Bericht 6577x gelesen

São Paulo [ENA] Besonders in den Monaten August und September und damit den trockensten Monaten im Amazonasgebiet steigt die Zahl der Brandherde für gewöhnlich an. In diesem Jahr waren jedoch bereits im Juni ähnlich viele Waldbrände registriert worden wie zuletzt vor 13 Jahren. Mitte Juli hatten Brasiliens Regierungschef Jair Bolsonaro und Umweltminister Salles die Brandrodung im Amazonasgebiet und im Pantanal für 120 Tage verboten.

Mehrere tausend Soldaten sollen nun die Einhaltung des Verbots überwachen. Neben der Brandrodung bedrohen illegale Eindringlinge, Goldsucher oder Viehhalter Schutzgebiete für Indigene. Daten der Inpe zeigen, dass im vergangenen Jahr die Schutzgebiete Cachoeira Seca und Apyterewa im Bundesstaat Pará am stärksten von Rodungen betroffen waren. Mehr als 43 Prozent der gerodeten Fläche im ersten Halbjahr 2020 (1.093 km²) verzeichnete der Bundesstaat Pará im Amazonasgebiet, eine Fläche größer als das Bundesland Berlin. Auch auf dem Gebiet Apyterewa sollen bis mindestens Oktober Streitkräfte die Indigenenschutzbehörde Funai vor Ort unterstützen. Umweltschützerinnen zweifeln jedoch an der Wirksamkeit der Aktion, da die Zahl der Brände anstieg.

Derweil steigt der internationale Druck auf die brasilianische Regierung an. Präsident Bolsonaro bezeichnete Europa als "Umweltsekte, die selbst nichts bewahrt und sich immer wieder auf ungerechte Art und Weise auf uns stürzt". 47 Agrarunternehmen, darunter auch Cosan, BRF, Cargill und Bayer, hatten Mitte Juli ein Dokument an den Vize-Präsidenten und Koordinator des nationalen Amazonasrats, Hamilton Mourão, übersandt und Maßnahmen zur Bekämpfung der Rodungen gefordert. Die Verfasser drücken in dem Dokument ihre "Sorge vor den Folgen des aktuell als im Ausland negativ wahrgenommene Bildes Brasiliens für die Geschäfte" aus.

Ende Juli hatte der finnische Finanzkonzern Nordea Asset Management bekanntgegeben, den brasilianischen Fleischkonzern JBS aus seinem Portfolio zu streichen, nachdem es zu wiederholten Berichten gekommen war, dass das Unternehmen zumindest indirekt an illegalen Waldrodungen im Amazonasgebiet beteiligt gewesen sei. Nordea Asset zählt mit rund 230 Milliarden Euro zu den größten europäischen Fonds.

Auch Amnesty International hatte sich am 15. Juli mit einem Bericht an die Öffentlichkeit gewandt. Recherchen der Menschenrechtsorganisation zufolge soll JBS zumindest indirekt an illegaler Weidehaltung im Bundesstaat Rondônia beteiligt gewesen sein. Rinder, die illegal auf Rodungsflächen in Schutzgebieten gehalten wurden, seien vor dem Verkauf an die Firma durch legale Firmen geschleust worden, um so den Schein der Legalität abzugeben. Amnesty wirft dem größten Fleischproduzenten der Welt vor, seine Lieferkette nicht ausreichend geprüft und Entwaldung sowie Menschenrechtsverletzungen von Indigenen in Kauf genommen zu haben.

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