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Corona-Pandemie als Krise in der Krise

Verantwortlicher Autor: Dieter Theisen/Tanja Plenk Bensheim, 19.07.2020, 12:49 Uhr
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Bensheim [ENA] Nigeria ist besonders von der Corona -Pandemoe betroffen, so auch der Nigerianer Koni Hoki. Der 64-Jährige lebt als Binnenflüchtling im nigerianischen Bundesstaat Borno. Die Terrormiliz Boko-Haram verübt dort seit 2009 immer wieder Anschläge und Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Das Ergebnis: Armut, Trümmer, Tod – und Menschen, die alles verloren haben. Die Anzahl der Binnenvertriebenen stieg zeitweise.

Dr .Rainer Brockhaus vom Vorstand der (CBM) betonte ,Nigeria stehe auf Platz drei der Liste von afrikanischen Ländern mit den meisten Corona-Fällen. “Das Land in Westafrika ist gleichzeitig eines der Länder, in denen eine Flüchtlingskrise herrscht, die zu den zehn am meisten vernachlässigten Flüchtlingskrisen auf der Welt zählt. Das heißt vor allem: Wenig internationale Hilfe für die Betroffenen. Die Pandemie ist eine Krise, die die Menschen in Nigeria in der Krise trifft.“,so Brockhaus.

Wie weltweit ,so existiert auch in Nigeria der Lockdown. Schulen wurden geschlossen, Reiseverkehr und Transporte von Lebensmittel stark beschränkt. Für Vertriebene wie Mall Koni Hoki ein großes Problem: Eine kleine Behelfsunterkunft ist wenig geeignet für einen Rückzug und wer kein Geld hat, ausreichend Lebensmittel zu horten, den treibt der Hunger nach draußen. Hinzu kommt, dass Koni Hoki stark Sehbehindert ist und dringend auf andere Hilfe angewiesen ist. „Unser Partner GAMMUN hilft ihm deshalb, so wie vielen Binnenvertriebenen und Bewohnern der Dörfer und Gemeinden, die die Flüchtenden beherbergen“, erklärt Brockhaus.

Das Projekt richtet sich vor allem an Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, gefährdete Kinder sowie Frauen, die für viele Familienangehörige sorgen müssen, seit ihre Ehemänner und Söhne dem Terror zum Opfer gefallen sind. Zum Glück erhält Mall Koni Hoki und mehr als 4.000 weitere Menschen durch den CBM-Projektpartner im Norden Nigerias Essenspakete und Hygienekits. 50 Kilo Reis, sieben Kilo Bohnen, zwei Liter Öl, Nudeln, Suppenwürfel, Curry und Tomatenmark sollen den Betroffenen über die Zeit helfen und sie mit dem Nötigsten versorgen.

Mit Einweghandschuhen und Masken können sie sich und andere schützen, an Covid-19 zu erkranken. Die Hilfe finanziert die CBM mit Mitteln aus dem eigenen Corona-Fond. CBM-Vorstand Brockhaus: „Dank unserer Spenderinnen und Spender konnten wir den Fond gerade um eine Millionen Euro auf insgesamt drei Millionen erhöhen. So können wir noch mehr Menschen mit Behinderungen in dieser schwierigen Zeit unterstützen.

Der 64-jährige Nigerianer Mall Koni Hoki hat durch die Boko Haram sein Zuhause verloren.
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