Samstag, 06.06.2020 13:14 Uhr

Eklat um Geri-Müller-Nachfolgerin - Baden

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Baden, 23.03.2020, 10:23 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4758x gelesen

Baden [ENA] Eklat um Geri-Müller-Nachfolgerin – «Habe die Nase so gestrichen voll» Mit der Nacktselfie-Affäre sorgte der damalige Badener Stadtammann Geri Müller 2014 landesweit für Schlagzeilen. Jetzt schmeisst seine Nachfolgerin in der Stadtregierung ihr Amt nach gut zwei Jahren hin – und rechnet mit dem Politbetrieb ab. Im Herbst 2017 schickten die Stimmbürger von Baden AG ihren Stadtammann Geri Müller (59)

in den politischen Ruhestand. Mit seiner Abwahl erhielt der frühere grüne Nationalrat die Quittung für die Nacktselfie-Affäre, die drei Jahre zuvor landesweit hohe Wellen geschlagen hatte. Für einen Neuanfang in der Stadtregierung sollte Sandra Kohler (38) sorgen. Als politische Quereinsteigerin verpasste die parteilose Kandidatin zwar die angestrebte Wahl zur Frau Stadtammann, setzte sich aber im Rennen um Müllers Sitz im Stadtrat überraschend gegen die Konkurrenz aus den etablierten Parteien durch. Kohler wurde damit für einen engagierten Wahlkampf belohnt, in dem sie zwar inhaltlich unverbindlich blieb, mit ihrer grossspurigen Kampagne und ihrer Eigenschaft als «neuer, unverbrauchter Person» aber viele Wähler überzeugen konnte.

«Viele Menschen in der Politik sind nicht ehrlich» - Doch nun der Eklat: Nach gut zwei Jahren schmeisst Kohler ihr Amt bereits wieder hin. Sie wolle sich auf eine längere Studienreise begeben, teilte sie kürzlich mit. «Die aktuellen Entwicklungen auf der Welt lösen immer mehr Fragen bei mir aus, und ich will Antworten, um handeln zu können.» Die Studienreise sei wichtig für ihre persönliche Entwicklung sowie ihre hauptberufliche Zukunft und lasse sich nicht mit dem Milizamt als Stadträtin vereinbaren. Bereits Anfang Jahr hatte Kohler nach wenigen Monaten ihren Rücktritt als Präsidentin des Vereins Frauenaargau angekündigt. Erinnerungen an den «Fall Roth»

Sandra Kohler ist bereits die zweite politische Quereinsteigerin innert kurzer Zeit, die sich im Aargau bereits vor Ablauf der ersten Amtsperiode wieder aus einer bedeutenden Exekutive verabschiedet. Im vergangenen Jahr war SVP-Regierungsrätin Franziska Roth vorzeitig zurückgetreten – nach massiver Kritik an ihrer Amtsführung und aufwachsenden Druck auch aus der eigenen Partei.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.